WAS NEUBAUTEN IM VERGLEICH ZU BESTANDSWOHNUNGEN KOSTEN
WO BESTANDSIMMOBILIEN DIE GRÖßTEN PREISVORTEILE BIETEN
In 48 Regionen liegt der Aufschlag für einen Neubau im mittleren Preissegment unter 1.500 Euro je Quadratmeter.
Besonders hohe Preisaufschläge in Dessau-Roßlau und Garmisch-Partenkirchen.
Im Luxussegment liegen die durchschnittlichen Aufschläge für Neubauten unter denen des mittleren Preissegments.
Wer in Deutschland eine Neubauwohnung kaufen will, zahlt durchschnittlich fast überall mehr als für eine vergleichbare
Bestandswohnung. Die einzige Ausnahme im mittleren Preissegment ist der Landkreis Nordfriesland. Im oberen Segment - den teuersten zehn Prozent der Angebote - ist die Liste der Sonderfälle etwas länger: Hier sind Neubauten in den Ferienregionen an der Nordsee (Landkreise Aurich, Leer, Friesland und Wittmund) sowie in der Stadt und im Landkreis Rostock an der Ostsee günstiger als Bestandswohnungen. Dies sind zentrale Ergebnisse der Studie "Postbank Wohnatlas 2025".
In einigen Regionen kann sich der Kauf eines Neubaus trotz höherer Preise langfristig lohnen. Denn ältere Eigentumswohnungen müssen oft umfangreich saniert oder energetisch modernisiert werden. Expertinnen und Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) haben für den Postbank Wohnatlas die regionalen Preisunterschiede zwischen Neubauten, die zwischen 2022 und 2024 fertiggestellt wurden, und vergleichbaren Bestandswohnungen analysiert. Dafür haben sie auf Basis der Angebote des Jahres 2024 die Preisdifferenzen für 70 Quadratmeter große Eigentumswohnungen in zwei Preiskategorien berechnet. Im mittleren Preissegment werden die mittleren Preise (Mediane) aller Bestands- sowie aller Neubauwohnungen einer Region einander gegenübergestellt. Der Median gibt den jeweils mittleren Wert aller Preise an, die vorab nach aufsteigender Größe sortiert wurden. Ober- bzw. unterhalb des Medians liegen somit jeweils 50 Prozent der Werte. Im oberen Preissegment wurden die teuersten zehn Prozent der Preise von Neubau- und Bestandswohnungen miteinander verglichen. Nebenkosten blieben außen vor.
Mittleres Preissegment: In 68 Regionen ist die Preisdifferenz besonders groß
In 68 von insgesamt 400 untersuchten deutschen Regionen wird für Neubauten im mittleren Preissegment ein Preisaufschlag von 2.500 Euro oder mehr je Quadratmeter fällig. Gegenüber einer vergleichbaren Bestandswohnung zahlen Käufer*innen dort im Durchschnitt einen Aufpreis von mindestens 175.000 Euro. Spitzenreiter ist die Stadt Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt mit einem Aufpreis von 403.014 Euro. Auf den Plätzen dahinter folgen drei Regionen in Bayern: Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen kostet eine Neubauwohnung 400.824 Euro mehr, im Landkreis Miesbach sind es 356.092 Euro, und in der Stadt Erlangen 283.106 Euro. Auch zwei Großstädte der sogenannten "Big 7" befinden sich unter den zehn Regionen mit den höchsten Preisaufschlägen für Neubauten: Stuttgart auf Rang fünf mit 276.289 Euro und Düsseldorf auf Rang zehn mit 239.766 Euro.
In diesen zehn Regionen waren die Preisdifferenzen zwischen Neu- und Bestandsbauten für 70-Quadratmeter-Wohnungen
im mittleren Preissegment 2024 am höchsten, in Euro.
Differenz mittleres Preissegment:
Dessau-Roßlau, Stadt: 403.014 Euro
Garmisch-Partenkirchen, Landkreis: 400.824 Euro
Miesbach, Landkreis: 356.092 Euro
Erlangen, kreisfreie Stadt: 283.106 Euro
Stuttgart, Landeshauptstadt: 276. 289 Euro
Lübeck, Hansestadt: 267.501 Euro
Mainz, kreisfreie Stadt: 245.754 Euro
Dachau, Landkreis: 244.969 Euro
Leipzig, Landkreis: 244.799 Euro
Düsseldorf, Stadt: 239.766 Euro
In 48 Regionen sind die Preisunterschiede zwischen Neubau und Bestand im mittleren Preissegment hingegen geringer. Dort
zahlen Käufer*innen durchschnittlich maximal 1.500 Euro je Quadratmeter, also 105.000 Euro zusätzlich für eine
Neubauwohnung. Besonders niedrig sind die Aufpreise in Ferienregionen an den Küsten - acht davon zählen zu den zehn Regionen mit den geringsten Preisdifferenzen. Im Landkreis Leer (Rang vier) beträgt der Aufschlag nur 14.505 Euro. Noch günstiger ist es im Landkreis Rostock (Rang drei, 7.356 Euro) und im Landkreis Aurich (Rang zwei, 6.924 Euro). Eine Sonderstellung nimmt Nordfriesland ein: Hier sind Neubauwohnungen sogar um 70.375 Euro preiswerter als Bestandsimmobilien. Der Grund: Wer in den Küstenregionen eine Wohnung im mittleren Preissegment in attraktiver Lage sucht, wird eher bei Bestands- als bei Neubauten fündig.
Luxuswohnungen: Besonders hohe Preisaufschläge im Landkreis Miesbach
Im oberen Preissegment, den teuersten zehn Prozent der Angebote, liegen die durchschnittlichen Aufschläge für Neubauten unter denen des mittleren Preissegments. In den 86 Regionen mit den höchsten Preisunterschieden zahlen Käufer*innen für eine neu errichtete 70-Quadratmeter-Wohnung im Durchschnitt mindestens 157.500 Euro, also 2.250 Euro je Quadratmeter mehr als für eine vergleichbare Bestandswohnung.
In diesen zehn Regionen waren die Preisdifferenzen zwischen Neu- und Bestandsbauten für 70-Quadratmeter-Wohnungen
im oberen Preissegment 2024 am höchsten, in Euro.
Differenz oberes Preissegment:
Miesbach, Landkreis: 635.896 Euro
Zwickau, Landkreis: 439.993 Euro
Garmisch-Partenkirchen, Landkreis: 355.825 Euro
Dessau-Roßlau, Stadt: 352.840 Euro
Stuttgart, Landeshauptstadt: 343.652 Euro
Nordfriesland, Landkreis: 343.599 Euro
Düsseldorf, Stadt: 333.698 Euro
Amberg-Sulzbach, Landkreis: 319.238 Euro
Hochtaunuskreis, Landkreis: 313.310 Euro
München, Landeshauptstadt: 308.963 Euro
Quelle: Deutsche Bank AG, Bundeskanzlerplatz 6, 53113 Bonn, www.deutsche-bank.de
