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  21.01.2010

Die große Bankenblamage

Keine berät „gut“
Sicher anlegen? Bankberater wissen nicht, was das heißt: Beim Test Anlageberatung der Banken löste kein Institut die einfache Frage nach einer sicheren Anlage wirklich „gut“. Selbst die besten erreichten nur ein schlechtes „Befriedigend“. Zwei Banken berieten „mangelhaft“. test.de erklärt, was Anleger tun müssen, um trotzdem eine passende Geldanlage zu finden.

Nur drei Banken berieten zufriedenstellend

Ein Jahr nach Lehman ist die Beratung der Banken noch so schlecht wie ihr Ruf. Das ist das Ergebnis aus 147 Beratungsgesprächen – geführt rund zwölf Monate nachdem die Pleite der US-Großbank die üblen Verkaufsmethoden der Banker ans Licht gebracht hatte. Im aktuellen Test der Anlageberatung durch die Zeitschrift Finanztest war keine Bank „gut“, zwei waren sogar „mangelhaft“.

Finanzieller Hintergrund der Kunden nicht erfragt

Schockierend im Test: die nach wie vor laxe Auffassung der Berater davon, was bei Geldanlagen „sicher“ bedeutet. Häufig stellten sie den Kunden nicht einmal die Fragen, die das Wertpapierhandelsgesetz vorschreibt. Wer aber nicht weiß, wie es um die finanziellen Verhältnisse seines Kunden steht und welche Kenntnisse er hat, dessen Empfehlung kann nur zufällig geeignet sein.

Mangelhaft für BW Bank und Ostsächsische Sparkasse

Am besten abgeschnitten unter den 21 Banken im Test haben die Commerzbank, die Kreissparkasse Köln und die Berliner Sparkasse. Als Sieger dürfen sie sich trotzdem nicht fühlen: Auch sie kommen über ein schlechtes „Befriedigend“ nicht hinaus. Mangelhaft ist die Anlageberatung der BW Bank und der Ostsächsischen Sparkasse. Alle anderen 16 Banken haben gerade einmal „ausreichend“ abgeschnitten – ein Armutszeugnis.
Testkunden wollten 30 000 Euro sicher anlegen.

Die Testkunden wollten eine Anlage von 30 000 Euro tätigen: sicher, über einen Zeitraum von fünf Jahren und mit einem Renditeziel von 4 Prozent pro Jahr. An dieser Stelle hatte Finanztest eine Hürde eingebaut: Für sichere Anlagen gab es im Sommer 2009 keine 4 Prozent, es sei denn für Sonderaktionen oder Lockzinsangebote. Die Berater sollten den Testkunden klarmachen, dass sie auf Rendite verzichten oder bei der Sicherheit Abstriche machen müssten. Im nächsten Schritt sollten sie herausfinden, dass den Testkunden die Sicherheit wichtiger war als die 4 Prozent. Nur vier Banken waren in diesem Punkt „gut“, sieben schnitten mangelhaft ab, vier ausreichend.

Bestnote für Empfehlung mit Einlagensicherung

Die Bestnote konnten Berater erreichen, wenn sie im Test Produkte mit Einlagensicherung empfahlen, etwa Sparbriefe, Festgeld oder andere Festzinsangebote. Gut in diesem Punkt war nur die Kreissparkasse Köln. Rieten die Berater zu Anleihen, kam es darauf an, wer sie herausgegeben hatte. Handelte es sich um Anleihen des deutschen Staats, war die Sicherheit kein Problem. Anleihen von Banken oder Unternehmen sah Finanztest dagegen nicht als völlig sicher an.

Aktienfonds sind keine sichere Geldanlage

Aktienfonds – wie unter anderem von Berliner Sparkasse und Deutscher Bank empfohlen – sind eindeutig keine sichere Geldanlage für Anleger, die ihr Geld lediglich auf fünf Jahre festlegen wollen – auch nicht als Beimischung. Die BW Bank hat als Beimischung einen Rohstofffonds empfohlen. Das passt ebenfalls nicht zu einer sicheren Anlage.
Unrentable Rentenversicherung empfohlen.

Frech sind die Empfehlungen der Ostsächsischen Sparkasse sowie der beiden Sparda-Banken West und Berlin: Sie wollten den Testkunden doch tatsächlich eine private Rentenversicherung verkaufen. Da war ihnen wohl die schnell verdiente Provision wichtiger als ein zufriedener Kunde. Sicher wäre diese Anlage zwar, aber über fünf Jahre überhaupt nicht rentabel: Gerade einmal rund 1 Prozent Rendite pro Jahr hätten Kunden damit erzielen können.

Quelle: http://www.test.de/
   
 

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